Social-Media-Nutzung von Menschen mit Migrationshintergrund

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Nr. #22
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Wie sieht eigentlich die Nutzung von Social Media bei Menschen mit Migrationshintergrund in Deutschland aus? Nutzen diese Menschen andere Social-Media-Plattformen oder dieselben Plattformen anders als andere Einwohner Deutschlands?

Afrikanische Frau mit Tablet PC, Studio Shot
(Foto: Fotolia / paulmz)

 

Bevor man sich mit dem Thema Social Media Migration auseinandersetzt, muss zunächst kurz geklärt werden, wer eigentlich als Mensch mit Migrationshintergrund gilt. Die Suche nach einer Antwort führt unter anderem zum Statistischen Bundesamt, das Menschen mit Migrationshintergrund im weiteren und engeren Sinn unterscheidet. Im weiteren Sinn beschreibt die Bezeichnung dabei »alle Ausländer und eingebürgerte ehemalige Ausländer, alle nach 1949 als Deutsche auf das heutige Gebiet der Bundesrepublik Deutschland Zugewanderte, sowie alle in Deutschland als Deutsche Geborene mit zumindest einem zugewanderten oder als Ausländer in Deutschland geborenen Elternteil.«

In engeren Sinn umfasst der Begriff Migrationshintergrund die oben genannte Gruppe ohne die in Deutschland als Deutsche geborenen Menschen, die mindestens einen zugewanderten Elternteil haben. Kinder, die in Deutschland als Deutsche geborene Eltern sowie zugewanderte Großeltern haben, zählen nicht mehr zu den Menschen mit Migrationshintergrund im Sinne des Statistischen Bundesamtes.

Der Anteil dieser Gruppe an der Gesamtbevölkerung mit Migrationshintergrund liegt bei 20,5 Prozent. 17,6 Prozent der Menschen mit Migrationshintergrund haben ihre Wurzeln in der Türkei, knapp 10 Prozent in Polen, 7,5 Prozent in Russland, ca. 6 Prozent in Kasachstan und fast 5 Prozent in Italien.

 

Drei Gründe für einen Blick aufs Segment

 

  1. Wahrscheinlichkeit

    Der Punkt »Wahrscheinlichkeit« führt, bezogen auf die Social-Media-Nutzung in Deutschland, zur Frage: Wie wahrscheinlich ist es, dass sich die Social-Media-Nutzung der ins Auge gefassten Teilgruppe signifikant von der der Gesamtgruppe unterscheidet? Grundsätzlich lässt sich erst einmal vorsichtig formulieren: Ist die Anbindung an das eigene Herkunftsland oder das der Eltern sowie an eine der dort gesprochenen nichtdeutschen Sprachen stark, kann das Auswirkungen auf die Medien- und damit auch auf die Social-Media-Nutzung haben. Im praktisch Extremfall kann das bis zur ausschließlichen Nutzung sogenannter Ethnomedien führen, die die Bundeszentrale für politische Bildung als Massen-Medien definiert, »die sich an bestimmte ethnische Gruppen von Einwanderern richten« und in denen meist die Herkunftssprache verwendet wird.

  2. Relevanz

    Wenn es signifikante Unterschiede zwischen dem Segment und der Gesamtgruppe gibt, bleibt die Frage, wie verwertbar sie sind. Verwertbarkeit ist, abhängig vom Segment, auf verschiedenen Ebenen denkbar: etwa in der Politik, bei allgemein-gesellschaftlichen Fragen oder auch in der Wirtschaft. Verwertende können unter anderem Unternehmen sein, die neue Segmente bedienen möchten, aber auch Parteien und andere politische Organisationen, die sich bei drängenden Fragen auf Faktenbasis positionieren möchten.Allgemein ausgedrückt geht es bei der Relevanz um die Frage, ob mögliche Unterschiede in irgendeinem persönlich als wichtig eingestuften Themenbereich die Meinungsbildung beeinflussen könnten oder ob sich aus ihnen in irgendeinem Bereich bessere Strategien entwickeln lassen, um als wichtig empfundene Aufgaben anzugehen? Lassen sich also mit den ermittelten Unterschieden beispielsweise Argumente in aktuell anstehenden Diskussionen untermauern oder entkräften? Oder kann man als Unternehmer mit dieser Gruppe Strategien entwickeln, um ein Segment der eigenen Zielgruppe besser als zuvor anzusprechen? Relevanz in der politischen Diskussion können beispielsweise solche Unterschiede besitzen, weil sie eventuell denjenigen Argumente liefern, die Migranten ein hohes Maß an Integration in die deutsche Gesellschaft zusprechen oder aber ihre mangelnde Integration beklagen.Relevanz für wirtschaftliche Entscheidungen von Unternehmen und Branchen sind möglich, weil Menschen mit Migrationshintergrund eventuell eine interessante Zielgruppe sind, die steigende Umsätze erwarten lassen, wenn man Teilgruppen gezielt anspricht. Unterscheidet sich die Social-Media-Nutzung dieser Teilgruppen von der der Gesamtgruppe, sollte man sie eventuell auch beim Social Media Marketing mit anderen Strategien ansprechen als andere Gruppen.

  1. Homogenität

Hinter diesem Begriff steht die Frage, ob die Gruppe der Menschen mit Migrationshintergrund in Deutschland so homogen ist, dass ein Blick auf ihre Gesamtheit verwertbare Erkenntnisse bringt. Geht man wiederum ins Detail, könnte die Frage beispielsweise lauten: Sind die verbindenden Gemeinsamkeiten eines jungen Deutschen mit marokkanischem Vater und deutscher Mutter, eines bereits 1963 aus der Türkei eingewanderten türkischen Rentners sowie eines 35-jährigen polnischen Migranten bei der Social-Media-Nutzung groß genug, dass man sie als Gesamtgruppe betrachtet, der man gemeinsame Eigenschaften bei der Social-Media-Nutzung zuspricht?

Ohne bereits allzu sehr vorzugreifen, lässt sich bereits jetzt sagen, dass man die Frage nach dem Grad der Homogenität immer im Hinterkopf haben sollte, wenn es um Fakten und Ansichten zur Social-Media-Nutzung von Menschen mit Migrationshintergrund geht. Ansonsten neigt man zu Pauschalisierungen ohne große Erkenntniswerte. Es gibt sie sicherlich, die alle Mitglieder des Segments verbindenden Elemente. Sie sind mitunter aber beim einen schwach und beim anderen stark ausgeprägt, und bisweilen sind unterscheidende Merkmale wie »jünger bis älter« auch viel bedeutsamer als die Gemeinsamkeit.

 

Motivationen: Die Verbindung in die alte Heimat

 
Wie beim Thema »Wahrscheinlichkeit« bereits angedeutet, scheint ein wesentlicher Unterschied zwischen der Mediennutzung von Menschen mit und ohne Migrationshintergrund darin zu liegen, dass Menschen mit Migrationshintergrund Medien wie Social Media auch dafür nutzen, um die Verbindung in die alte Heimat aufrechtzuerhalten.

Einen möglichen Beleg dafür lieferte die bereits 2011 von der ARD/ZDF-Medienkommission veröffentlichte Studie »Migranten und Medien«, für die insgesamt 3.300 Interviews mit Menschen aus sechs verschiedenen ethnischen Gruppen durchgeführt wurden. Generell hat sich in der Studie gezeigt, dass ca. 26 Prozent der Menschen mit Migrationshintergrund in den letzten zwölf Monaten vor der Befragung Social Networks genutzt haben. Vor der Suchmaschinennutzung (ca. 20 Prozent) war das Platz 1 im Ranking der häufigsten Arten der Internetnutzung.

Dieses Ergebnis zeigt erst einmal, dass Social Networks auch in der hier betrachteten Gruppe der Menschen mit Migrationshintergrund eine bedeutende Rolle spielen. Das gilt insbesondere für jüngere Gruppenmitglieder. »Social Media ist bei jungen Migranten in Deutschland unter 30 Jahren stark ausgeprägt und nimmt weiter zu« zitiert etwa die Deutsche Welle den Kommunikationswissenschaftler Joachim Trebbe von der Freien Universität Berlin in einem Beitrag vom März 2013.

 

Interessant ist die Studie »Migranten und Medien« unter anderem beim Blick auf die Liste der von Menschen mit Migrationshintergrund am häufigsten genutzten Internetangebote. In ihr findet man mit einem Anteil von 2 Prozent auf Platz 6 des Rankings Odnoklassniki. Das Social Network ist laut Alexa.com hinter Vkontakte.ru und YouTube die Nummer 3 der Social Networks in Russland, spielt in der deutschen Social-Media-Landschaft aber insgesamt kaum eine Rolle. Dass es im Ranking der Studie dennoch auftaucht, ist ein Indiz dafür, dass Einwanderer aus Russland Social Media tatsächlich unter anderem für eine Anbindung an die alte Heimat nutzen.

 

Zu dieser These passen auch Ergebnisse einer bereits 2010 veröffentlichten Studie der Landesanstalt für Medien Nordrhein-Westfalen (LfM). Die Studie trägt den Titel »Mediennutzung junger Menschen mit Migrationshintergrund«. Für sie wurden »300 russische Aussiedler und 300 Personen türkischer Herkunft im Alter zwischen zwölf und 29 Jahren zu ihrer Mediennutzung und Medienkompetenz befragt«, berichtete die LfM in einer Pressemitteilung. Laut Studie nutzen sowohl die jungen Leute im Alter zwischen 12 und 19 Jahren mit einem türkischem Migrationshintergrund (39 Prozent) als auch die jungen russischen Spätaussiedler (46 Prozent) Online Communities seltener als die 12- bis 19-Jährigen der Gesamtbevölkerung (55 Prozent).

 

Anders sieht es bei der Nutzung von Chats aus. 35 Prozent derjenigen mit türkischem Migrationshintergrund und 41 Prozent der jungen russischen Spätaussiedler nutzen sie. In der Gruppe der 12- bis 19-Jährigen aus der Gesamtbevölkerung lag der Anteil der Chatnutzer dagegen nur bei 28 Prozent. Als einen möglichen Grund für die erhöhte Chat- und Messenger-Nutzung bei den jungen Menschen mit Migrationshintergrund nennen die Studienautoren eine »Brückenfunktion der neuen Kommunikationsdienste«. Sie ermöglichen »kostengünstig die Kontaktaufnahme und den Austausch mit Freunden und Familie aus den Herkunftsgebieten«.

 

Aber auch jüngere Studien formulieren ähnliche Ergebnisse. So stellt etwa der Autor einer Pressemitteilung über eine Studie zur Mediennutzung und Medienkompetenz jugendlicher Migranten in Sachsen (JuMiS) fest, dass der wichtigste Unterschied zu anderen sächsischen Jugendlichen in der Nutzung von herkunftssprachigen Medien (Ethnomedien) besteht. »Sie tragen erheblich zur Integration in transnationale Gemeinschaften bei und fördern die Identitätsbildung von Jugendlichen mit Migrationshintergrund«, heißt es in der Mitteilung. Für die Studie hatte Prof. Dr. Lutz M. Hagen vom Institut für Kommunikationswissenschaft der TU Dresden im Auftrag der Sächsischen Landesmedienanstalt für privaten Rundfunk und neue Medien insgesamt 2.200 sächsische Schüler mit und ohne Migrationshintergrund befragt.

 

Communities für Migranten

 
Sucht man nach Ethnomedien in Deutschland, wird man auch bei Social Media fündig. Hier stößt man dann etwa auf Angebote wie Vaybee!, das sich als Online-Treffpunkt für 2,5 Millionen Türken in Deutschland beschreibt. Vaybee! ist eine Mischung aus Infoplattform und Online Community, die in deutscher und türkischer Sprache angeboten wird und die Unternehmern auch Werbeplätze anbietet. Die Seite Iran Now beschreibt sich als Informationsnetzwerk für Iraner und Iran-Interessierte. Das Angebot ist auf Deutsch, enthält aber auch englischsprachige News und integriert eine Community in einem Forum. Auffällig ist allerdings, dass zumindest 2014 laut Mitgliederliste die meisten Nutzer aus Großbritannien kamen, während im Forum aber oft Deutsch gesprochen wird. Unklar bleibt zudem, wie viele dieser Mitglieder wirklich aktiv sind.

 

Daneben gibt es auch die bekannte Community Iran Now, wobei es hier strittig ist, ob sie zu den Ethnomedien im engeren Sinne gehört. Thematisch orientiert es sich zwar stark am Iran, sprachlich wurzelt ist die Community weitgehend im Deutschen. Iran Now ist vielleicht ein gutes Beispiel dafür, dass man auch beim Thema Ethnomedien bisweilen Schwierigkeiten bei der Zuordnung haben kann.

 

Ein weiteres Beispiel für ein als Ethnomedium einstufbares Angebot ist germany.ru, das sich selbst als »wertvolle Orientierungshilfe für alle Russischsprechende in Deutschland« und als einen »täglichen Treffpunkt der russischen Internetgemeinde Deutschlands« beschreibt. Germany.ru hat ebenfalls Werbeplätze für Unternehmen im Angebot, die sich der Zielgruppe präsentieren möchten.

 

Unterschiede

 
Der Blick auf Ethnomedien und Spezialangebote macht Sinn, wenn man über Medien- und speziell Social-Media-Nutzung von Menschen mit Migrationshintergrund spricht. Er kann aber schnell zu einem verfälschten Bild führen, das Unterschiede zu sehr betont.

 

Besteht solch eine Gefahr, muss man gegensteuern. Viele Studien zeigen nämlich auch, dass oft keine oder nur geringe Unterschiede in der Social-Media-Nutzung von Menschen mit und ohne Migrationshintergrund bestehen. So lautet das Fazit der Studie über Mediennutzung und Medienkompetenz jugendlicher Migranten in Sachsen beispielsweise, dass trotz der Nutzung von Ethnomedien durch jüngere Menschen mit Migrationshintergrund letztlich keine digitale Kluft zwischen jungen Migranten und anderen Gleichaltrigen in Sachsen erkennbar sei.

 

Auch die bereits erwähnte Studie »Migranten und Medien« der ARD/ZDF-Medienkommission hat zwar einerseits Unterschiede aufgezeigt, weil Odnoklassniki im Ranking der am häufigsten von Menschen mit Migrationshintergrund genutzten Internetangebote aufgetaucht ist. Die am häufigsten genutzten Social-Media-Plattformen waren jedoch andere. Hier rangierte Facebook (fast 13 Prozent) hinter der Suchmaschine Google auf Platz 2 und YouTube.com stand mit ca. 4 Prozent auf Rang 3.

 

Identitätsfindung in zwei Kulturen

 
Bisher war vor allem die Rede davon, dass Menschen mit Migrationshintergrund bisweilen andere Social-Media-Plattformen nutzen als Menschen ohne. Es gibt aber auch Anzeichen dafür, dass die Motivation, große und allgemein beliebte Medien wie Facebook zu nutzen, etwa bei jüngeren Menschen mit Migrationshintergrund mitunter etwas anders ist als bei der Gesamtgruppe. Auch das liegt teils an der Verortung in zwei Kulturräumen sowie an der Suche nach der eigenen Identität.

 

Wie sich das äußert, beschreibt etwa der 2011 auf den Seiten der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) veröffentlichte Artikel »Heimatsuche im Netz«. Berichtet wird hier beispielsweise von einer aus Polen stammenden Jugendlichen, die ihre Status-Updates wahlweise auf Deutsch oder Polnisch postet, sowie von einem Jungen mit marokkanischen Wurzeln, der sich im damals noch existierenden SchülerVZ als »Yannick the Afro« bezeichnet. »Online-Netzwerke geben Jugendlichen aus Migrantenfamilien die Chance, sich zu integrieren, ohne die eigenen kulturellen Wurzeln verleugnen zu müssen«, schreibt der Medienwissenschaftler Jörg Astheimer im GEW-Artikel und macht damit das Spannungsfeld deutlich, in dem sich viele Menschen mit Migrationshintergrund bewegen: Sie haben eine Heimat und eine andere Heimat.

 

Fazit

 
Relevant ist der Blick auf die Social-Media-Nutzung von Menschen mit Migrationshintergrund bisweilen für wirtschaftliche Entscheidungen, weil einige Plattformen ins Blickfeld geraten, über die sich speziell Teilmengen dieser Zielgruppe ansprechen lassen. Für Unternehmen macht es daher durchaus Sinn, über ein Social Media Engagement oder Werbung auf diesen Plattformen für ein bestimmtes Angebot nachzudenken, das auf die Zielgruppe der jeweiligen Plattform zugeschnitten ist.

 

Komplizierter wird es bei der Frage nach Relevanz der Ergebnisse beim Blick auf die deutsche Gesellschaft. Ergebnisse der hier vorgestellten Studien und Einschätzungen aus den Fachartikeln lassen vermuten, dass sich die Suche nach dem eigenen Platz im Spannungsfeld von alter und neuer Heimat auch in der Social-Media-Nutzung spiegelt. Dabei muss allerdings deutlich sein, dass sich diese Suche bei verschiedenen Menschen mit Migrationshintergrund sehr unterschiedlich gestaltet. Bei einigen ist sie praktisch abgeschlossen, bei manch anderen weiterhin aktuell und eventuell auch mit Konflikten verbunden.

 

Viele Menschen mit Migrationshintergrund sind in Deutschland zu Hause, ohne die Verbindung zur alten Heimat zu kappen. Und was im Großen in der Gesamtgesellschaft gilt, zeigt sich auch im Kleinen in der Medien- und Social-Media-Nutzung: »Die meisten Menschen in Deutschland, die ausländische Wurzeln haben, nutzen sowohl heimatsprachliche wie auch deutsche Medien«, heißt es etwa im 2013 veröffentlichten DW-Beitrag »Multikulturelle Mediennutzung« unter Berufung auf die Studie der ARD/ZDF Medienkommission. Die Nutzung deutschsprachiger Angebote überwiege dabei in allen Medien stark, zitiert der Beitrag weiter.

 

Letztlich liefert all das wohl auch Stoff für die Diskussionen rund um Integration oder mangelnde Integration von Menschen mit Migrationshintergrund in der deutschen Gesellschaft. Und je nach Interpretation von Ergebnisse werden sowohl diejenigen Argumente aus den Studien ziehen, die einen hohen Integrationsgrad erkennen, als auch diejenigen, die ihn eher bezweifeln.

 

Wahrscheinlich ist, dass sich die Medien- und speziell die Social-Media-Nutzung von Menschen mit Migrationshintergrund tendenziell weiter derjenigen der Gesamtbevölkerung annähert. Der Kommunikationswissenschaftler Joachim Trebbe prognostizierte 2013 im DW-Beitrag sogar, dass die Nutzung von heimatsprachlichen Medien in Deutschland in 50 Jahren vorbei sein wird. »Es wachsen jetzt Generationen heran, die fast komplett deutsch sozialisiert werden, über den Kindergarten, die Schule, Freunde, Ausbildung«, wird er im Beitrag zitiert.

 

Abzuwarten bleibt, wie sich etwa der Zeitgeist in Deutschland entwickelt. Sollten irgendwann beispielsweise wachsende Ressentiments gegenüber Migranten diesen Menschen eine Identifikation als »Deutsche« erschweren, könnte eine mögliche Folge eine Rückbesinnung auf eine alte Heimat sein. Trotz einiger Entwicklungen in der deutschen Gesellschaft, scheint ein flächendeckendes starkes Anwachsen solcher Ressentiments in Deutschland bisher eher unwahrscheinlich.

 

(AS)


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