Deutschland ist noch nicht ready für das Digitalzeitalter

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Deutschland ist noch nicht ready für das Digitalzeitalter

 

Deutsche Unternehmen sind alles andere als „ready“ für das Digitalzeitalter, in dem IT-Anwendungen mit Produktions- und Dienstleistungstechnologien zunehmend verschmelzen sollen, um neue, innovative Produkte und Leistungen zu ermöglichen. Dabei ist gerade Deutschland wie kaum eine andere Nation in diesem Bereich auf Erfolg angewiesen. Schließlich ist der Anteil industrieller Wertschöpfung vergleichsweise hoch.

Doch insbesondere der Mittelstand hinkt hinterher. Dem Handel, der Energiewirtschaft, dem Verkehrswesen, der Logistik, dem Maschinenbau, dem verarbeitenden Gewerbe, dem Fahrzeugbau, dem Gesundheitswesen und der chemisch-pharmazeutischen Industrie bescheinigt das BMWi eine durchschnittliche bis unterdurchschnittliche „Digitalisierungs-Fitness“.

Und als wäre das nicht genug, könnte sich der bevorstehende Austritt Großbritanniens aus der Europäischen Union (EU) als weitere Hürde für die Wirtschaft entpuppen: Seit Jahren ist das Vereinigte Königreich für Deutschland eines der wichtigsten Exportländer für IT- und Telekommunikationsprodukte und bedeutender Handelspartner. Nun hängt alles davon ab, wie die Beziehungen zwischen den Ländern vertraglich geregelt werden. Etwa, was den freien Austausch von Waren und Dienstleistungen angeht. Jedes Hemmnis birgt die Gefahr, dass es zu erheblichen Umsatzverlusten bei deutschen Anbietern kommt, warnt etwa der IT Bundesverband BITKOM.

 

nicht ready für das Digitalzeitalter

Um das einmal zusammenzufassen: Hier sind die Weichen für Industrie 4.0 noch nicht gestellt, dort, wo sie es sind, schwebt das Damoklesschwert schwindender Umsätze über den Köpfen der Entscheider, während sich der gesamtwirtschaftliche Druck, endlich mit der Digitalisierung Gewinne einzufahren, erhöht. Die alles beherrschende Frage ist nur: Wie? Mögliche Antworten hierauf soll der cologne IT summit_ liefern. Das Motto des jährlichen Wirtschaftskongresses im ITK- Cluster Köln trägt dem Rechnung: „Gewinnen mit Digitalisierung“.

 

Den Ideentransfer fördern

 

Top Priorität der siebten Kongressausgabe ist, den Ideentransfer zugunsten einer vollständig digitalisierten Wertschöpfungskette anzukurbeln. Am Donnerstag, 26. Januar 2017, haben hochkarätige Gäste aus Politik, Wirtschaft und Gesellschaft auf dem Podium, in Workshops und bei der begleitenden Fachmesse Gelegenheit, sich dazu in den Räumen der IHK zu Köln intensiv auszutauschen.

Mit von der Partie ist auch der VOICE-Bundesverband der IT Anwender, der jüngst die Partnerschaft mit dem cologne IT summit_ bestätigte. „Unternehmen müssen schnellstmöglich für einen signifikanten Wachstumsschub auf den digitalen Märkten sorgen, indem sie sich auf die Effizienzsteigerung interner Prozesse, Arbeitsabläufe und Ressourcen sowie auf die Verbesserung der Innovationsfähigkeit und die Implementierung neuer Geschäftsmodelle durch Digitalisierung konzentrieren“, sagt Thomas Rössler, Vorstandsmitglied bei VOICE und Leiter der IT der Stadtwerke Gießen AG. „Eine besonders große Hebelwirkung auf die Digitalisierung hat auch das digitale Know-how der Beschäftigten, was ein hochwertiges Bildungsangebot voraussetzt.“

Georg Ruppert, Gründer des cologne IT summit_ und Geschäftsführer der JOGECON GmbH, der erneut die Stadt Köln und die IHK zu Köln als Schirmherrinnen zur Seite hat, bestätigt das. Angesichts der Vielfältigkeit der Herausforderungen wüssten Unternehmenslenker derzeit allerdings nicht, an welchen Stellschrauben sie zuerst drehen sollten, hat der studierte Wirtschaftswissenschaftler beobachtet.

 

Unternehmen müssen aus der Schockstarre erwachen

 

Doch die Zeit drängt, aus der Schockstarre zu erwachen: „Die Digitalisierung ist gleichzusetzen mit einem Transformationsprozess, der die Wirtschaft auf vielfältige Weise verändern wird“, so Ruppert. „Immer neue Geschäftsmodelle entstehen, Wirtschaftszyklen werden sich verkürzen, Arbeit wird sich verändern und verdichten. Prozesse und Organisationsformen werden neugestaltet, Internetplattformen werden in allen Bereichen erst zu Wettbewerbern, dann zu massiven Konkurrenten.“

Ein weiteres Thema, von dem die „Digital Readiness“ Deutschlands abhängt, wird die schnellstmögliche Optimierung der Mobil-Netzinfrastruktur sein. Digitalisierungskommissar Günther Oettinger hatte deren Mängel bereits beim letzten cologne IT summit_ wortreich beklagt. Es könne nicht sein, kritisierte er Anfang Januar vor vollem Haus, dass zwischen Grenzübergängen der Empfang von mobilen Daten kurz aus- und nach der Passage wieder einsetze. Getan hat sich seitdem allerdings nicht viel.

 

Auch in anderen Bereichen lassen politische Weichenstellungen auf sich warten. Jüngst klinkte sich zwar Bundeswirtschaftsminister Sigmar Gabriel (SPD) in die anziehende Diskussion über den richtigen Weg zu schnelleren Internet-Anschlüssen in Deutschland ein und forderte einen zügigen Glasfaser-Ausbau. Spätestens bis 2025 soll Deutschland mit Gigabitnetzen die beste digitale Infrastruktur der Welt haben. Dazu will der Minister Mittel aus dem über 300 Milliarden Euro schweren Europäischen Fonds für strategische Investitionen, dem sogenannten „Juncker-Fonds“, einsetzen. Ob und wann hier aber tatsächlich etwas passiert, steht wiederum in den Sternen.

 

Politik muss Weichen stellen

 

Hier sieht die Wirtschaft die Politik am Hebel. Das gilt auch für einheitliche Sicherheitsrichtlinien und staatliche Förderangebote zur Digitalisierung, die für alle Wettbewerber gleiche Bedingungen auf den digitalen Märkten schaffen. „Daher ist es mir ein besonderes Anliegen, Politik und Branchen an einen Tisch zu bringen“, sagt cologne IT summit_-Gründer Georg Ruppert. Trotz aller oder gerade aufgrund der Vielfalt der digitalen Vernetzungsmöglichkeiten bleibe der direkte Austausch offensichtlich viel häufig auf der Strecke. Das muss sich ändern. Schnell. Sonst heißt es für Deutschland eben nicht bald: Ready! Steady! Industrie 4.0: Here we go!

Der cologne IT summit_ ist einer der wichtigsten unabhängigen Wirtschaftskongresse in Deutschland, der sich mit den Chancen und Perspektiven von „Digitalisierung und Vernetzung“ auseinandersetzt.

Die nächste Veranstaltung findet am Donnerstag, 26. Januar 2017, in Köln statt. Zahlreiche Vertreter aus Politik, Wirtschaft und Wissenschaft nutzen das Forum zum Austausch und zur Positionsbestimmung.

Informationen rund um den Kongress unter: www.cologne-it-summit.de.

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